Was ist Meditation?


Meditation ist heute in aller Munde. Doch was ist darunter zu verstehen? Das Wort kommt aus dem Lateinischen:
Medium, meditari (lateinisch) = die Mitte, zur Mitte hin! Meditieren meint, hin und her bewegen, nachsinnen, nachdenken,
sich dem Betrachten hingeben. "Mediation" dagegen heißt vermitteln, ein Mediator vermittelt und klärt mit Konfliktparteien.
Meditieren ist also ein Tun, in dem ich mich von der Außenwelt distanziere, in die Stille gehe, in mich hineinhöre,
nach dem Sinn des Lebens frage, ihn suche. Letztlich geht es darum, den "Weg" nach Innen zu gehen!
Ein neues, verständliches Wort für Meditation ist "Achtsamkeit", Aufmerksamkeit, das gesammelt Bei – Sich – Sein!
 

Warum hat das Meditieren heute einen großen  Stellenwert?


Dies wird uns deutlich, wenn wir einen Blick in unsere moderne Welt werfen!
Wir leben in einer aus den Fugen geratenen Welt!

Wir leben in einer Wohlstandgesellschaft.


Die Überfülle des Angebotes in allen Bereichen ist  nicht zu übersehen. Bedürfnisse werden geweckt – und befriedigt.
Aber wir sind nicht zufrieden. Wir sind sogar abhängig und werden süchtig!


Wir leben in einer Leistungsgesellschaft.


Es wird von uns immer mehr gefordert. Wir wollen ja eine "Wirtschaftsmacht" bleiben. Wir sind überbeschäftigt in der Familien, im Beruf von Mann und Frau, in der Schule, in der Freizeit. Durch die "Digitalisierung vieler Bereiche geht alles
noch "mehr und noch" schneller. Der Leistungsdruck, unser Perfekt Sein und der Zeitdruck sorgt dafür,
dass wir durch und durch gestresst sind..


Wir leben in einer "Multioptionsgesellschaft".


Fast alle Wünsche können erfüllt werden. Es wird überall etwas angeboten, womit wir uns beschäftigen können.
Dafür sorgt schon die Medienwelt mit der fortschreitenden Digitalisierung.
Die Einflüsse von außen  werden immer mehr und intensiver.

 

Welchen "Preis"

zahlen wir für unser "schönes", "aktives" und "bequemes" Leben?


Zunächst stellen wir fest, dass wir keine &dbquo;Maschinen sind. Wir haben unsere Leistungsgrenze. Wir brauchen Zeiten zur Regeneration für "Leib und Seele". Wer dies nicht wahrhaben will, wird mit stressbedingten, chronischen Erkrankungen Bekanntschaft machen. Sie sind langfristig angelegt. Die übliche Schul- und Apparate Medizin ist überfordert. Denn diese "Zivilisationskrankheiten" sind psychosomatischer Art. Angstzustände und eine depressive Grundstimmung sind heute
schon in der jungen Generation festzustellen.

 

Neue medizinische Erkenntnisse und das "Medikament der Zukunft"


Das "Organ", das durch unseren modernen Lebensstil am stärksten beansprucht wird, ist das Nervensystem und damit verbunden das Immunsystem. Die psychosomatische Biologie, Biochemie, Neurologie (Psychiatrie), und vor allem die Neuroimmunologie ( Gehirnforschung ) kommen zu einem erstaunlichen Ergebnis:

 

Das Jahrhundertmedikament im Stresszeitalter ist die Meditation!

Vgl. Prof. Dr. med. Gerd Schnack, Präventiv- und Sportmediziner, Facharzt für Chirurgie.
Der Große Ruhe –Nerv, Kreuz Verlag 2012.

 
 

Was meint Meditation?


Die erste Art ist die &dbquo;objektive Meditation. Sie ist nur verständlich vom "Symbol – Denken" her.
Alles, was wir sehen und erfahren, kann eine Bedeutung für uns haben. Wir deuten unser Leben, um hinter den
Sinn zu kommen. Die Frage heißt: Warum? Wer sich diese Frage nicht stellt, lebt ziel- und sinnlos vor sich hin!
Ein Beispiel: Was kann z.B. ein Baum für mich bedeuten, was kann er über mich aussagen? Wo sind meine Wurzeln?
Wo oder was sind die "Früchte" meines Lebens? So können Gegenstände des Alltags (Schlüssel, Tür), ein Bild, ein Wort,
ein Bild-Wort, ein Text, eine Geschichte, Musik oder die Natur ( z. B. Wasser, Feuer, Erde, Luft ) Anlass zum Meditieren sein.
Die Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet.
Die zweite Art ist die subjektive Meditation. Sie ist  nach innen gerichtet.
Ich beobachte mich in meinem Verhalten, in meinem Denken und meinen Gefühlen. Ich nehme wahr, was  mich beschäftigt.
Ich achte auf den Atem, sein Kommen und Gehen. Aus der tiefen inneren Ruhe erhalten wir Impulse, die uns neu motivieren können. Sie können uns gelassen machen und aufmerksamer den Alltag gestalten.
Zu dieser zweiten Art von Meditation gehört die Zen – Meditation. Sie kommt aus der buddhistischen Tradition
und wurde &dbquo;Shikantaza, &dbquo;Nur Sitzen genannt. Über Indien und China gelangte sie in Jahrhunderten nach Japan.
Die japanische Zen – Meditation ist breit gefächert: Bogenschießen, Teezeremonie, Kalligraphie, Gartenkunst.
Nach dem zweiten Weltkrieg ( 1945 ) wurde das Za – Zen ( Sitzen in der Stille ) von chrisltichen Missionaren aus Europa
und den USA kennengelernt und in den westlichen Kulturkreis rezipiert.
So gibt es heute in den USA und in Europa viele Zen – Meditation - Zentren.
 

Die Aktualität


Der moderne Lebensstil zwingt uns, neue Wege zur &dbquo;Gesundheit zu suchen. Vor 30 Jahren praktizierte der Arzt
Dr. Jon Kabat – Zinn in den USA mit stressgeschädigten Patienten die Zen-Meditation. Daraus entstand das MBSR Konzept
( Mindfullness Baised Stress Reduction, übersetzt "Stressreduzierendes Aufmerksamkeit - Training" ). Seit etwa 15 Jahren interessieren sich Ärzte, Psychologen, Psychiater, Neurologen und Stress – und Hirnforscher für dieses Thema.
Die Fülle an gegenwärtiger Literatur ist der beste Beweis.
 
Europäisches Zentrum für Achtsamkeit ( EZfA ) Merzhauser Str. 173­ ·­ 79100 Freiburg­ ·­ ­ ·­ Tel: +49 761 55729336
 
Wer  kann meditieren?

Das "Sitzen in der Stille" ist für jeden möglich, der psychisch einigermaßen ausgeglichen ist.
Das Sitzen geschieht auf einem normalen Stuhl oder Hocker und auf dem "Meditation - Bänkchen",
je nach körperlicher Befindlichkeit.
Die Sitzgruppe

Eine Sitzgruppe ( ab 3 – 4 Personen ) trifft sich einmal in der Woche an einem bestimmten Abend.
Wenn die Gruppe geübt ist, sitzt man 3 mal 25 Minuten mit zwei Gehpausen. Man kommt im Schweigen,
sitzt im Schweigen, geht im Schweigen.
 
Voraussetzung einer Teilnahme ist eine grundlegende Einführung.
 
 
  
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Auf einen Punkt gebracht ...


Beim "Sitzen in der Stille" geht es um den ganzen Menschen mit seinen verschiedenen Schichten:
Den gesundheitlichen, seelischen, sozialen, biographischen,
gesellschaftskritischen und spirituell - religiösen Aspekten.
Es vermittelt durch regelmäßiges Üben eine ganzheitliche Erfahrung.
 
  
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06.März. 2017

P. Hubert Wurz ofm

Hubert Wurz ofm

 
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MEDITATION – in einer aus den Fugen geratenen Welt!